Nachtigall

Als Bühne für dieses Märchen dient uns ein drehbarer Sonnenschirm. Integriert in das Stück sind wieder mehrere Schattenspiele. Wir spielen in offener Weise mit Stab- und Handpuppen.

Inhalt des Märchens

Im prächtigen, von Blumen klingenden Garten des Kaisers von China lebt die Nachtigall. Sie erfreut mit ihrem Gesang den Fischer und das arme Küchenmädchen nach getaner Arbeit. Allein der Kaiser und sein Hofstaat wissen nicht von ihr. Als der Kaiser aus Schriften, die ihm vom Kaiser von Japan gesandt werden, von der Nachtigall erfährt, lässt er sie suchen und lädt zu einem Hoffest ihr zu Ehren ein. Sein Gefallen an ihrem Gesang ist so groß, dass sie fortan in seinem Palast leben und für ihn singen soll. Sie bekommt einen goldenen Käfig und wird von 12 Dienern bewacht. Eines Tages schickt der Kaiser von Japan ein besonderes Geschenk an den Kaiser von China. Es ist eine künstliche Nachtigall, eine Spieluhr, reich verziert und mit Diamanten und Edelsteinen geschmückt. Als die echte Nachtigall bemerkt, wie der Kaiser und sein Hofstaat den Kunstvogel ob seines berechenbaren einfachen Gesanges lobpreisen, fliegt sie heimlich davon. Man verweist sie daraufhin des Landes und des Reiches.

Nachdem der Kunstvogel lange Zeit Kaiser und Hofstaat erfreute, stehen seine Räder eines Tages still. Nach seiner Reparatur durch den Uhrmacher muss der Vogel sehr geschont werden. Nur einmal im Jahr darf er noch singen.

Der Kaiser erkrankt. Als der Tod sich ihm auf die Brust setzt und dem Kaiser seine guten und schlechten Taten in Form von Geistern erscheinen, fliegt die Nachtigall auf das Fensterbrett, um für ihn zu singen. Daraufhin schwebt der Tod zum Fenster hinaus auf seinen Gottesacker, und die schrecklichen Geister verblassen. Zum Erstaunen seiner überheblichen Hofgesellschaft aber steht der Kaiser fröhlich auf und sagt Guten Morgen“.